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Stevia – die Süße für eine gesunde Ernährung

Jedem, der sich bewusst ernährt, sollte bewusst sein, dass herkömmliche Süßigkeiten, Backwaren und andere Süßspeisen einen viel zu hohen Zuckeranteil haben. Daher verwundert es nicht, dass inzwischen alternative Süßungsmittel wie Birkenzucker oder Kokosblütenzucker den Markt für gesunde Ernährung erobert haben.

Stevia

Stevia ist eine praktisch kalorienfreie Süße – Foto: Zerbor / depositphotos.com

Eine weitere etablierte Alternative ist dabei Stevia, die im Vergleich zu anderen Süßungsmitteln besondere Vorteile aufweisen kann. Doch was ist Stevia genau, wo kommt der Süßstoff her und welchen Einfluss hat er auf den menschlichen Körper?

Das Süßkraut und die Herstellung von Stevia

Der Süßstoff Stevia wird aus einer Pflanze gewonnen, die hierzulange als ‚Süßkraut‘, ‚Honigkresse‘ oder ‚Honigkraut‘ bekannt ist und den lateinischen Namen ’stevia rebaudiana‘ trägt. Die Pflanze ist ursprünglich in Südamerika beheimatet und wurde hier bereits von den südamerikanischen Ureinwohnern zum Süßen von Speisen, aber auch bei Magenbeschwerden, verwendet.

Der Süßstoff selbst ist dabei ein Stoffgemisch, das hauptsächlich aus Steviagylcosiden besteht. Es wird aus den Blättern der Pflanze in einem aufwändigen Verfahren gewonnen, bei dem diese zunächst unter Zugabe von Formaldehyd ausgelaugt werden. Später kommt es zu weiteren chemischen Reinigungsprozessen, aus denen der feine, kristalline Süßstoff entsteht.

Die gesundheitsfördernden Wirkungen von Stevia

In Europa wurde Stevia beziehungsweise die Steviaglycoside im Jahr 2011 als Zusatzstoff E 960 zugelassen. Seitdem gibt es immer mehr Produkte, die an Stelle von weißem Haushaltszucker mit Stevia gesüßt werden. Stevia kann aber auch in reiner Form erworben werden und ist hier zunächst natürlich dank seiner extremen Süßkraft beliebt. Außerdem wirkt sich Stevia nicht auf den Blutzuckerspiegel aus, sondern kann vermutlich dabei helfen, diesen zu regulieren. Somit kann man mit Stevia gesüßte Speisen genießen, ohne eine starke Insulinausschüttung befürchten zu müssen, was vor allem für Diabetiker von Interesse ist.

Stevia hat außerdem – im Gegenteil zu Süßungsmitteln wie Honig oder Agavendicksaft – praktisch keine Kalorien und kann daher, bei gleichzeitiger Kalorienreduktion, die Gewichtsreduzierung fördern.

Weitere positive Wirkungen von Stevia liegen in der Tatsache, dass seine Bestandteile Kariesbakterien keine Lebensgrundlagen geben. Damit hat Stevia im Vergleich zu herkömmlichem Haushaltszucker und anderen alternativen Süßungsmitteln nicht nur einen weniger schädlichen, sondern vielmehr auch bedingt gesundheitsfördernden Einfluss.

Vorsicht bei der Verarbeitung des Süßstoffes

Da Stevia nicht nur in Fertigprodukten verarbeitet wird, sondern auch in reiner Form erhältlich ist, eignet es sich vor allem für selbst hergestellte Backwaren oder zum Süßen von Getränken. Man kann den Süßstoff dabei in verschiedenen Formen wie Steviapastillen oder als Pulver kaufen. Bei seiner Verwendung sollte jedoch beachtet werden, dass er 300-mal süßer ist als Haushaltszucker. Damit kann man Haushaltszucker in klassischen Rezepten nicht einfach 1:1 mit Stevia ersetzen, sondern muss Rezepte in ihrer Gesamtzusammensetzung modifizieren. Daher ist es ratsam, beim Backen oder Kochen mit Stevia auf entsprechende Stevia-Rezepte zurückgreifen.

Schließlich ist Stevia zwar hauptsächlich für seinen süßen Geschmack bekannt, kann aber in zu hohen Mengen auch einen intensiven Eigengeschmack verbreiten. Dieser wird von vielen Menschen als bitter oder sogar lakritzähnlich empfunden, weshalb man sich bei der Dosierung von Stevia langsam an die gewünschte Süßungsstärke herantasten sollte.

Stevia – alternatives Süßungsmittel mit vielen Vorzügen

Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass Stevia, im Vergleich zu Haushaltszucker und anderen als echte Alternativen beworbene Süßungsmittel, einige einzigartige Vorzüge hat. So kann man dank Stevia nicht nur ohne schlechtes Gewissen naschen, sondern auch von seinen gesundheitsfördernden Wirkungen profitieren. Bei der Verwendung von Stevia sollte man jedoch stets vorsichtig sein und auf produktspezifische Rezepte zurückgreifen. Schließlich ist es auch sinnvoll, die Zutatenlisten von Fertigprodukten wie steviahaltige Schokoladen genau zu lesen, denn nicht selten wird der alterative Süßstoff hier mit herkömmlichem Zucker vermischt, was seine positiven Eigenschaften deutlich abschwächt.